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Einsatzbericht Einsatzbilder gibt es
auch hier Großbrand in Langelsheim vom 09.01 bis 11.01.2004 Text und Foto´s Goslarsche Zeitung Ein Großfeuer hat am Freitagabend beim Abfallverwerter Exner-Werth Recycling GmbH einen Schaden in Millionen-Höhe angerichtet. Nach Einschätzung von Langelsheims Bürgermeister Erich Heine, der die Verpflegung der Einsatzkräfte koordinierte, waren mehr als 300 Feuerwehrleute zum Kampf gegen das Feuer ausgerückt. Die Flammen wurden am frühen Abend entdeckt und breiteten sich in Windeseile aus. Schnell war der Feuerschein aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen. Kreisbrandmeister Manfred Friedrich sprach von bis zu 50 Meter hohen Flammen, die aus der Lagerhalle der Firma schlugen. Darin befanden sich Hunderte Tonnen von Kunststoff. Die immense Hitze wirbelte brennende Kunststoffteile und Dosen durch die Luft. Bereits kurz nach ihrem Eintreffen gaben die Einsatzkräfte die Halle auf. Sie konzentrierten ihre Anstrengungen darauf, ein Übergreifen des Feuers auf andere Gebäude zu vermeiden. In der benachbarten Werkstatt lagerten unter anderem 30.000 Liter Diesel. Erst nach mehreren Stunden hatten die Wehren das Feuer weitgehend unter Kontrolle. Über die Brandursache konnte Kreisbrandmeister Friedrich am Abend noch keine Auskunft geben. Personen waren nicht zu Schaden gekommen. Eine Evakuierung der Bevölkerung wurde nicht in Erwägung gezogen. Es war wie ein Vulkanausbruch“, beschrieben Augenzeugen das Flammen-Inferno, das eine Lagerhalle der Exner-Werth Recycling GmbH vernichtete. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 3,5 Mio. Euro. Ursache des Feuers war vermutlich ein in Brand geratener Radlader. Die Ermittlungen dauern an. Der Alarm ertönte am Freitag um 17.37 Uhr, der Auftakt dramatischer Stunden. In der Halle brannte ein Radlader, Selbstlöschversuche der Arbeiter waren erfolglos. Auf angrenzende Ballen hatte das Feuer bereits übergegriffen, als ein erster Feuerwehr-Trupp unter schwerem Atemschutz in die Halle ging. Nach knapp zehn Minuten holte Stadtbrandmeister Uwe Borsutzky seine Einsatzkräfte wieder aus der Flammenhölle heraus. Zu gefährlich die Situation, schon wenige Minuten später brannte der Dachstuhl der in den 30-er Jahren entstandenen Halle. Das Feuer hatte in der Holzkonstruktion, aus der das auf einem Betonsockel ruhende Dach bestand, schnell Nahrung gefunden. „Ablagerungen, vermutlich aus der Zeit, als die Halle noch als Lagerraum für die Düngemittelproduktion diente, explodierende Gasflaschen, Altpapier – dieser ganze Klimbim entfachte ein Silvesterfeuerwerk“, beschrieb Borsutzky. Kurzzeitig drehender Wind machte den Wehren einen Strich durch die Rechnung, noch den hinteren Teil der Halle retten zu können. Fortan konzentrierten sie sich darauf, ein Übergreifen des Feuers auf andere Gebäude zu verhindern. Ein Quaderblock, in dem sich befüllte Dieseltanks befanden, fackelte bereits, doch es gelang, ihn abzulöschen. Gefahr, dass das Feuer auch auf Wohnhäuser übergreifen könnte, bestand besonders zwischen 22 und 23 Uhr, als ein Funkenregen über Teile Langelsheims niederprasselte. Die Einsatzleitung schickte Patrouillen durch die Straßen, um eventuelle Brandnester aufzuspüren, manche Nachbarn hatten ihre Gartenschlauchwagen bereit gestellt. Menschen in unmittelbarer Nähe litten an Weinkrämpfen aus Angst. Andere wiederum betätigten sich als Schaulustige. Die Lage entspannte sich in dem Moment, als der Dachstuhl zusammenbrach. Die Hitze konnte von nun an wegen des Betonsockels, der die 200 mal 35 Meter große Grundfläche umgab, nicht mehr entweichen. Der Messzug der Feuerwehr stellte zwar im Umkreis erhöhte Schadstoffbelastungen fest, diese lagen jedoch unter dem zulässigen Grenzwert. „Unser Glück: Der herrschende starke Wind hatte die Schadstoffwolke mit Frischluft vermischt“, erklärte Borsutzky. „Das Hauptproblem waren die Geruchsbelästigungen“, beschreibt Borsutzky. Der Gestank lag noch bis Sonntagvormittag über dem Wohnviertel. Dunstschwaden waberten in den Straßen, Rauch legte sich auf die Zungen. Brandgeruch war aufgrund des Westwindes bis nach Lochtum wahrzunehmen. Sonnabend unterstützten Räumungsgruppen vom THW die Arbeiten. Sie karrten Fuhre um Fuhre der angekokelten und glimmenden Reste aus der Ruine, um sie auf dem Werksgelände auseinanderzuziehen, wie einen Kompost umzuschichten und abzulöschen. Die Stadt betätigte sich derweil als „Versorgungsunternehmen“ für die Einsatzkräfte. „1100 Brötchen ließen wir Sonnabendfrüh zusätzlich backen, orderten 55 Kilo Mett“, zählte Bürgermeister Erich Heine auf. Dazu kamen unzählige Brote und Wurst, 150 Kisten mit Getränken. Gestern Mittag beendeten die Wehren die Löscharbeiten. Aber es tauchten neue Probleme auf. Borsutzky: „Wegen des vielen Löschwassers – zu Spitzenzeiten förderten wir aus der Innersten über 13 B-Leitungen 10.000 bis 15.000 Liter pro Minute – ist der Grundwasserspiegel so weit angestiegen, dass Keller der Anliegerhäuser absaufen. Wehren müssen sie auspumpen.“ Die Polizei teilte mit, dass Bürger durch den Brand entstandene Schäden fotografieren sollten, um die Bilder für Schadenersatzansprüche aufzubewahren. Bereits am Sonnabend wies Stadtbrandmeister Borsutzky auf einen schalen Beigeschmack des Feuers hin: „Die Feuerwehr bemängelt seit über zehn Jahren einen mangelnden Brandschutz bei Exner-Werth.
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